Radon-Messtechnik

Die EU hat 2014 neue verbindliche Radon-Referenzwerte beschlossen. Die Richtlinie wurde am 17.04.2014 veröffentlicht und ist einem umfassenden Bevölkerungsschutz verpflichtet. Die EU-Staaten sind aufgefordert die Vorgaben bis spätestens 06. Februar 2018 in nationales Recht umzusetzen. Es werden neue Referenzwerte und Gebäuderichtlinien für einen Radonschutz umzusetzen sein. Es  bleibt noch abzuwarten wie genau die EU-Richtlinie in nationales Recht umgesetzt wird. Was die Richtlinie schwerpunktmäßig fordert, sind neue verbindliche Referenzwerte für Wohn- und Arbeitsplätze einzuführen. Gebäuderichtlinien sollen verhindern, dass radioaktives Radongas ins Haus eindringen kann.

Radonseminar

Es muss in der Öffentlichkeit publik gemacht werden, dass Radon die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs ist. Bei Rauchern, die einer Radonbelastung ausgesetzt sind, steigt das Lungenkrebsrisiko exponentiell an. Nach derzeitigen statistischen Erkenntnissen sind vermutlich ca. 10 - 20 % der Haushalte in Deutschland, Österreich und der Schweiz betroffen. Dies ist nicht nur auf die bisher bekannten “Risikogebiete” beschränkt. Wenn die Regierungen dieser Informationspflicht nachkommen, ist mit einer Flut an Anfragen nach Radonmessungen und Sanierungen zu rechnen. Des halb ist es wichtig jetzt einzusteigen und sich das notwendige Know-How und Messtechnik anzueignen, um auf diesem Feld qualifiziert messen und beraten zu können.

Der neue Referenzwert, den die EU-Richtlinie vorgibt, beträgt 300 Bq/m³. Die WHO empfiehlt den Wert von 100 Bq/m³ im Jahresmittel nicht zu überschreiten. Es ist interessant zu sehen, dass in diesem Fall nicht von Grenz- sondern von Referenzwerten gesprochen wird. Offensichtlich scheut man sich, bei diesem Thema zu konkrete Werte vorzugeben, vielleicht auch, weil es sich um natürliche Belastungen handelt, die nicht technisch erzeugt sind. Auf welche Werte sich die einzelnen EU-Ländern festlegen werden beleibt abzuwarten. Jedenfalls scheint es der EU und scheint es ein Anliegen sein die Bevölkerung vor zu hoher Radonbelastung zu schützen. Andererseits sind wir durch Energiesparverordnungen gezwungen unsere Häuser immer besser abzudichten. Der dadurch oftmals verringerte Luftaustausch in Wohnräumen führt deshalb oft nicht nur zu Schimmelpilzbefall sondern in Zukunft auch vermehrt zu erhöhten radioaktiven Radonbelastungen im Haus.

Neu bei dieser Thematik, ist für uns als Elektrobiologen, dass wir nicht einen biologisch aktiven Peakwert als Bewertungsmaßstab für eine gesundheitliche Problematik heranziehen. Bei einer radioaktiven Exposition müssen wir Dauer und Dosis bewerten, das heißt um eine Vergleichsmöglichkeit mit den empfohlenen Referenzwerten zu haben, müssen wir einen Jahresdurschnittswert ermitteln. Wobei diese Bewertungsweise sehr fraglich ist, denn je nach individueller Disposition, könnte auch schon ein einziger radioaktiver Zerfall in der Lunge ein Zellmutation (Krebsgeschehen) verursachen. Bleibt abzuwarten, wie die zukünftigen Empfehlungen und Vorgaben aussehen werden, und was weitere Forschungsergebnisse aufzeigen werden.

Die Seminarinhalte werden sein:
- Grundlagen von Radioaktivität und Radon
- Gesundheitliche Auswirkungen von Radon
- Radonmesstechnik Kurz- und Langzeitmessung
- Radonprävention für Neubauten und Sanierung bei bestehenden Gebäuden.